Entscheidungen unabhängig und selbstsicher treffen, mit meinen vier Quickimpulsen

Gestern stand ich in der Eingangstür zum Impfzentrum. "Was soll es denn sein? Astra oder Biontech?", wurde ich gefragt. Ich musste eine spontane Entscheidung treffen, auf die ich nicht vorbereitet war.

In unserem Alltag sind wir ständig mit solchen Situationen konfrontiert, in denen wir schnell, die beste Entscheidung treffen wollen. Nicht immer geht es dabei um kurzfristige Dinge. Als ich grade Anfang zwanzig war, bekam ich ein Hochbegabten Stipendium für die Universität. Ich hatte kein Abitur und so die Chance zu studieren. Geld verdienen und selbstständig sein, oder studieren? Ich entschied und ging arbeiten.

Und das ist gleichzeitig ein gutes Beispiel für eine Entscheidung, die mich gedanklich nie ganz verlassen hat, denn es ist eine gewisse Bitterkeit geblieben. Ich habe mich oft gefragt: „Was wäre gewesen, wenn ich es gemacht hätte?“ und „Was wäre mein Leben einfach gewesen danach?“, doch richtig finde ich die Entscheidung noch heute.

Das soll bedeuten, man kann durchaus eine Entscheidung treffen und auf etwas verzichten und es zu einem späteren Zeitpunkt bedauern und die Entscheidung selbst bleibt trotzdem die Richtige.

Wir müssen einfach mit einem bestimmten Prozentsatz an Ungewissheit Leben, wie die Geschichte ausgeht und sofort aufhören die perfekte Lösung zu suchen, das ist das erste Geheimnis, beim Treffen von Entscheidungen.

Bevor wir nun zu meinen vier Quickimpulsen kommen, verrate ich euch meine Lieblingsmethode. Ich trainiere sie gerne, mit Klient/Innen, die sich im Treffen, von längerfristigen Entscheidungen leichter fühlen möchten. Mit eurem richtigen Coach an der Seite, fühlt sie sich wunderbar an und eröffnet euch eine ganz neue Möglichkeit zur Selbststärkung und Reflexion.



(Methode nach Ignatius von Loyola, einer der Begründer des Jesuitenordens,[1])

  1. Wähle zwei mögliche Alternativen, auf keinen Fall mehr und keine Kompromisslösungen

  2. In den ersten drei Tagen gehst du davon aus Variante eins gewählt zu haben, endgültig

  3. Registriere deine Gefühle und Gedanken und notiere sie dreimal am Tag auf ein Papier


  1. In den nächsten drei Tagen gehst du davon aus Variante zwei gewählt zu haben, endgültig. Dabei ist es wichtig, dass du so gut es geht Variante eins verdrängst.

  2. Registriere deine Gefühle und Gedanken und notiere sie dreimal am Tag auf ein Papier

  3. Am 7. Tag kannst du entscheiden.

Ganz gleich, zu welchem Typ Mensch ihr gehört und wie ihr bis heute mit Entscheidungen in eurem Leben umgegangen seit, es gibt ein paar Dinge, die wir alle sofort umsetzen können, um uns mit unseren Entscheidungen sicherer zu fühlen. Vielleicht fällt ihr sie auch schneller und unabhängiger und schaut nicht mehr fragend zurück.

Meine 4 Quickimpulse:


1. Höre auf alles kaputt zu analysieren

Ja die Welt scheint berechenbar und das gibt ein großartiges Gefühl von Sicherheit. Wenn du ein Auto kaufst, kannst du alles Mögliche an Verbrauchsdaten, an Unfallstatistiken an durchschnittlichen Reparatur- und Verschleißkosten und so weiter und sofort berechnen. Danach kannst du die bestmögliche Entscheidung fällen, wenn du Zahlen und Fakten vergleichst. Was du allerdings überhaupt nicht mit einbeziehen kannst ist, ob die Frau, in die du dich nächste Woche unsterblich verlieben wirst, lieber rote oder blaue Autos mag, oder ob deine Kinder nach dem nächsten Kitabesuch auf keinen Fall mehr nebeneinander sitzen wollen, du aber dringend zu einem Termin musst und schon gar nicht, ob deine Freundin, dir in zwei Wochen einen positiven Schwangerschaftstest präsentiert.

Die Vergangenheit ist nicht immer, wie die Zukunft, wir wissen einfach nicht was kommt.


2. Verlasse dich auf deine Bauchimpulse

Forscher haben mittlerweile herausgefunden, dass unser Bauch durchaus eine Art unbewusster Intelligenz besitzt. Unser Unterbewusstsein besitzt einen umfassenden Speicher an Emotionen und Erinnerungen, gespickt mit Reizen. Es ist wie ein Lexikon, in dem es zu jedem Sachbegriff noch eine Reihe an Adjektiven und Adverbien gibt, die es beliebig dazu kombinieren kann.

Unser Unterbewusstsein für kluge Entscheidungen einsetzen zu können, können wir Lernen, in dem wir uns, wie in der Übung nach Ignatius von Loyola Zeit nehmen unsere Gefühle und Impulse bewusst wahrzunehmen und reifen zu lassen und somit in den Entscheidungsprozess einzubeziehen.


3. Bilde Faustregeln

[1]In einer Zeitschrift fand ich folgendes Beispiel:

Eine Schiedsrichterin trifft etwa 200 Entscheidungen pro Spiel. Um Fehler zu vermeiden, folgt sie einem Entscheidungsbaum:

- Entscheide nach Wahrnehmung

- Wenn du nichts gesehen hast, entscheide nach Wahrnehmung der Assistenten

- Wenn die nichts gesehen haben, entscheide gemäß der Reaktion der Spieler

- Ist diese Reaktion nicht eindeutig, befrage die Spieler

Faustregeln lassen sich wunderbar auch auf berufliche Szenarien adaptieren, probiert es mal aus.


4. Sei genügsam

Unser ganzes Leben steckt voller Momente, in denen wir in die Falle geraten können, immer weiter nach etwas noch besserem zu suchen. Wenn wir nur lange genug überlegen, dann finden wir etwas . Es ist das ständige Streben nach dem Optimalen, dem Besseren, was uns außer Atem sein lässt.

Doch wenn es dir gelingt einen einzigen richtig guten Grund zu finden, warum du dich dafür entscheiden kannst, dann solltest du es machen.

Und wenn du nun zu den Maximierern gehörst, also denen, die nicht aufhören können nach Informationen zu suchen, um die optimale Lösung zu suchen, dann wirst du wahrscheinlich die blanke Panik bekommen. Doch wenn du es mal im Alltag ausprobierst, einfach so in ungefährlichen Situationen, auf der Arbeit, oder bei der Auswahl des Essens was du bestellst, dann wirst du die positive Erfahrung machen, dass dich echte Glücksgefühle überkommen.


Es ist deine Freiheit, eine eigene und vielleicht auch falsche Entscheidung zu treffen. Sie macht dich zu einem vollständigen, liebenden und lebendigen Menschen.

Ich möchte dir Mut machen, denn vielleicht warst du nicht schon immer gut im Treffen von Entscheidungen, oder du hast nur etwas länger dafür gebraucht.

Starte gleich heute, es ist genau der richtige Tag dafür.


AnnaSchatzAutorin


[1] GEO WISSEN NR.64

[1] wurde frei übertragen

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